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CritSupPort: Versorgung sichern, wenn Häfen unter Druck geraten

29 juillet 2026
critsupport

Seehäfen sind die zentralen Drehscheiben der globalen Versorgung – und zugleich hochkomplexe sozio-technische Systeme. Geraten sie durch Extremwetter, geopolitische Konflikte, Cyberangriffe oder technische Ausfälle unter Druck, pflanzen sich Engpässe in kurzer Zeit entlang ganzer Lieferketten fort, mit direkten Folgen für die Versorgung der Bevölkerung mit systemrelevanten Gütern wie Lebensmitteln, Energie und medizinischen Produkten. Genau hier setzt CritSupPort an: ein Forschungsverbund, der Häfen auch unter Krisenbedingungen als stabile Knotenpunkte der Versorgung steuerbar hält.

Das Verbundprojekt „Management kritischer Lieferketten bei eingeschränktem Hafenbetrieb“ wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Programm „Forschung für die zivile Sicherheit“ (SIFO) gefördert (Förderkennzeichen 13N17740) und läuft von Februar 2026 bis Januar 2029. Den offiziellen Auftakt gab das Kick-off am 3. März 2026 in Hamburg. Unter Konsortialführung des inter3 Instituts für Ressourcenmanagement arbeiten sechs Partner aus Wissenschaft, Technologie und Praxis zusammen. Bonn Consulting verantwortet darin die datenbasierte Analysearchitektur für kritische Lieferketten.

Der Anlass

Die Stabilität von Häfen in Krisensituationen beruht auf Transparenz, wirksamer Koordination und einem fundierten Verständnis systemischer Zusammenhänge und Abhängigkeiten. Internationale Krisen, geopolitische Konflikte und klimatische Extreme – etwa anhaltendes Niedrigwasser, das die Binnenschifffahrt einschränkt – treffen genau diese Knotenpunkte. Fällt ein bedeutender Standort über längere Zeit aus, entstehen Kaskadeneffekte entlang der gesamten Versorgungskette. CritSupPort entwickelt Strategien und Verfahren, mit denen Häfen, Logistikunternehmen, Behörden und Katastrophenschutz im Krisenfall auf gemeinsamer Datenbasis koordiniert handeln.

Der Beitrag von Bonn Consulting: datenbasierte Analysearchitektur

Bonn Consulting entwickelt im Verbund die datenbasierte Analysearchitektur für kritische Lieferketten. Im Kern modelliert das Team Abhängigkeiten, Engpässe und Kaskadeneffekte entlang sektorübergreifender Versorgungsketten und macht sie systematisch sichtbar und analysierbar.

Drei Bausteine tragen diesen Beitrag:

  • Datenbasierte Systemmodellierung – Abhängigkeiten, Engpässe und Kaskadeneffekte entlang sektorübergreifender Versorgungsketten werden modelliert und systematisch sichtbar gemacht.
  • Semantik trifft KI – Der methodische Kern verbindet semantische Datenmodellierung mit KI-gestützten Netzwerkanalysen und macht komplexe Liefernetzwerke analysierbar.
  • Interoperables Meta-Datenmodell – Bedarfs-, Transport- und Verbrauchsdaten werden strukturiert integriert und bilden die technische Basis für Simulation und Entscheidungsunterstützung.

Auf dieser Grundlage lässt sich im Krisenfall frühzeitig erkennen, welche Güter beim Umschlag und Transport Vorrang erhalten, während Engpässe noch beherrschbar sind.

„Kritische Lieferketten werden steuerbar, sobald ihre Abhängigkeiten, Engpässe und Kaskadeneffekte unter multi-modaler Bedingungen sichtbar und analysierbar sind. Genau diese datenbasierte Analysearchitektur bringen wir in CritSupPort ein – damit im Krisenfall die richtigen Informationen zur richtigen Zeit bei den richtigen Entscheidern ankommen.“

— Jan Christian Redlich, CTO, Bonn Consulting Group

Das Konsortium

CritSupPort vereint sechs Partner aus Wissenschaft, Technologie und Praxis:

  • inter3 Institut für Ressourcenmanagement (Berlin) – Konsortialführung, Szenarien- sowie politisch-rechtliche Analyse
  • Technische Universität Hamburg (TUHH) – maritime Logistik und Analyse kritischer Infrastrukturen
  • TH Köln – Methoden des Risiko- und Krisenmanagements sowie Lieferkettenanalyse
  • HAW Hamburg – Schulungsmodule und Expertise im Medizinbereich
  • Logistik-Initiative Hamburg – Entscheidungs- und Priorisierungsverfahren, Praxistransfer und Branchenvernetzung
  • Bonn Consulting – datenbasierte Analysearchitektur, semantische Datenmodellierung und KI-gestützte Netzwerkanalysen

Begleitet wird der Verbund von Praxispartnern aus Hafenwirtschaft, Logistik und Verwaltung – darunter das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), die Hamburg Port Authority, duisport, Hapag-Lloyd, HHLA und DP World.

Übertragbar angelegt

Die im Projekt entwickelten Methoden und Systeme sind modular und auf weitere Häfen und Logistiksysteme übertragbar konzipiert. CritSupPort leistet damit einen strukturellen Beitrag zur Resilienz kritischer Infrastrukturen in Deutschland.

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